Ab Ende März, Anfang April, erwacht die Natur so langsam wieder aus dem Winterschlaf und es zieht uns wie jedes Jahr nahezu magisch ans Wasser. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen Tag für Tag und so langsam verschwindet auch das Eis auf den Gewässern Nova Scotias. Die ins Wasser eindringenden Sonnenstrahlen, die auch das Anglerherz höher schlagen lassen, hauchen der Unterwasserwelt wieder frisches Leben ein.

Von da ab steigt nun tagtäglich die Vorfreude auf die bevorstehende Angelsaison. In Nova Scotia beginnt diese, je nach Gewässer, am 1. April und in vereinzelten Fällen am 15. Mai. Die genauen Bestimmungen erhält man automatisch mit dem Erwerb einer Angellizenz (https://novascotia.ca/fish/documents/Anglers-Handbook-2019.pdf).

Allerdings kann unsere Leidenschaft auch in einigen Gewässern, wie zum Beispiel dem Bras d’Or Lake, über den Winter hinweg ausgelebt werden. Hier ist auch das von Kanadiern so geschätzte Eisangeln erlaubt.

Schmilzt das Eis, kann es losgehen

Besonders der Streifenbarsch steht bei uns am Anfang der Angelsaison und das Jahr über ganz oben auf der Liste und ist somit eine der ersten Fischarten, die es für uns zu befischen gilt. Die Mischung aus wärmeren Tagen und Sonnenlicht verschafft auch dem Streifenbarschen gute Laune. Nachdem das Eis geschmolzen ist, sind die starken und schmackhaften Fische mitunter die ersten, die aktiv auf Nahrungssuche gehen, somit lohnt sich immer ein Versuch an einem unserer zahlreichen Gewässer.

Oft genug fragen wir uns dann, warum die Zeit ausgerechnet beim Angeln so schnell vergeht?! Wir wundern uns jedes Mal darüber, dass am Wasser aus Stunden lediglich ein paar gefühlte Minuten werden und zwischen Morgen- und Abenddämmerung nur so wenige Würfe passen

Den ersten Fisch am Haken

Streifenbarsche finden wir in den meist sehr großen, mit dem Meer verbundenen Inlandsgewässern. Meist dauert es nicht lange bis zum ersten Fischkontakt. Wie jedes Jahr maximiert sich der Adrenalinspiegel abrupt, wenn der erste Fisch am Haken ist! Da ist er, der erste Streifenbarsch der Saison – etwas ganz Besonderes. Ist der Fisch gelandet, geht der Adrenalinschub in ein angenehmes Glücksgefühl über. Das macht unsere Leidenschaft aus, die Kombination aus traumhafter Natur, Ruhe, Abenteuer und Spannung ist fast in keinem Hobby so intensiv zu spüren wie beim Angeln. Versuchen Sie es einfach mal…

Sogenannte Hot Spots sind auch immer Flussmündungen, wo das Süßwasser in das Salzwasser fließt. Hier finden sich auch sehr oft traumhafte Sandstrände.

Die ganze Familie ist mit dabei

Da wir die Streifenbarsche meist vom Ufer aus beangeln, kann man so einen Angeltag perfekt als Familie verbringen. Wir alle haben viel Spaß dabei und freuen uns dann auch auf eine leckere, selbstgefangene Mahlzeit. Oft findet das auch gleich direkt am Strand statt. Falls wir nichts fangen (was selten passiert), ist es auch nicht so schlimm, ein schöner Tag am Wasser war es dennoch.

Der StreifenbarschSTECKBRIEF UND ANGELART

„Der Streifenbarsch“ (Striped Bass / Morone saxatilis) ist nahezu an der gesamten Atlantikküste Nordamerikas zu finden. Der ausgewachsene Streifenbarsch lebt hauptsächlich im Salzwasser, zieht aber, ähnlich wie der Lachs, auch in die größeren Flüsse Nova Scotias hinauf.

Die Weibchen werden nach ca. 4–8 Jahren und die Männchen nach ca. 2–4 Jahren geschlechtsreif. Als Larve ernähren sich die Kleinen der Moronidae Familie von Zooplangton. Im fortgeschrittenen Alter werden dann eher schon Insektenlarven, Brutfische und Kleinkrebse ihre Beute.

Dieser faszinierende und zu respektierende Fisch wird bis zu 30 Jahre alt und je nach Nahrungsangebot und Lebensraum bis zu 1.5m lang und bis zu 80 Pfund schwer. Im Erwachsenenalter wird nahezu alles verputzt, was kleiner ist als er selbst, also jegliche Arten von Fischen, Schalentieren und Tintenfischen.

Somit beantwortet sich die Frage, wie beangele ich die Fischart, fast von selbst. In erster Linie kommen Kunstköder wie Wobbler, Blinker, Gummifisch o. ä. zum Einsatz. Sehr populär und erfolgreich sind auch Fischstückchen, sogenannte „cut Baits“, die oft an freier Leine (ohne Gewicht und Pose) angeboten werden. Auch das Angeln mit der Fliegenrute in Kombination mit „Steamern“, der einen Beutefisch imitiert, ist zum Teil sehr erfolgreich.